Diese online-Tutorial richtet sich an Anfänger und Einsteiger, es ist der vierte Teil der Serie “Zeichnen lernen” – und hier geht es um Flächen. Wie in den ersten Teilen beschrieben (1: “Grundausstattung“, 2: “Vom Auge zur Hand“, 3: “Mit Raster von Vorlage abzeichnen“), ist es am einfachsten und effektivsten, zeichnen mit dem Bleistift zu erlernen. Die Bleistiftlinie ist immer eine Linie. Statt die Flächen einfach dunkel auszumalen, kann man sie auch schraffieren. Das Schraffieren ist eine Jahrhunderte alte Tradition, die eine Zeichnung lebendig macht. Das Prinzip der Schraffur kommt ursprünglich aus der Druckgrafik (Holzschnitt, Kupferstich etc.). Dunkle Flächen wurden dabei mit Linien erzeugt. Aber auch in der Zeichnung ist die Schraffur schon seit Jahrhunderten eine beliebtes Stilmittel.
Eine Schraffur ist also nicht nur ein handwerkliches Arbeitserzeugnis, sondern ein künstlerisches Stilmittel.
Die Schraffur wird im Auge lebendig
Eine Schraffur arbeitet mit dem Auge des Betrachters: Wenn man die Zeichnung aus der Nähe betrachtet, kann man die feinen Striche gut auseinander halten. Aber je weiter man sich entfernt, um so mehr setzt sich die Schraffur zu einen “Grauwert” zusammen. Das Auge kann die einzelnen Linien nicht mehr klar voneinander trennen, und so wird die Schraffur zur Fläche. (Mehr über diesen Effekt und die Sehschärfe bei Sehtestbilder.de)
Besonders werden Schraffuren natürlich in den “Schattenbereichen” benutzt, dort, wo es in der Zeichnung dunkel sein soll. Durch das Zusammenspiel von Licht und Schatten entsteht Plastizität und Räumlichkeit. Und Schraffuren helfen, Plastizität und Räumlichkeit in Zeichnungen zu erzeugen. Daher werden beide Themen hier in einem Artikel zusammen behandelt.
Schraffieren: parallele Striche

Schraffur - parallele Striche (Linien)
Zunächst zum Schraffieren. Eine einfache Schraffur entsteht durch eine Reihe von parallel gezeichneten Linien (siehe Abbildung rechts.) Wenn Sie eine einfache Schraffur üben, dann achten Sie vor allem darauf, langsam und mit bedacht zu zeichnen. Häufig sehen Schraffuren aus, als wären sie sehr schnell hin gezeichnet worden. Das mag bei den großen Meistern auch so gehen, aber gerade Anfänger sollten sehr langsam beginnen. Die Geschwindigkeit ist kein Qualitätskriterium für die fertige Zeichnung. Dort werden nur Linien zu sehen sein. Und für den Anfang gilt: je sauberer die Linien, desto besser der künstlerische Effekt. (more…)



















