Archive for the ‘Online-Tutorial’ Category

Zeichnen lernen IV: Schraffieren (Schraffuren zeichnen)

Sunday, February 6th, 2011
Beispiel für Schraffuren: Melencolie von Dürer

Beispiel für Schraffuren: Melencolie von Dürer

Diese online-Tutorial richtet sich an Anfänger und Einsteiger, es ist der vierte Teil der Serie “Zeichnen lernen” – und hier geht es um Flächen. Wie in den ersten Teilen beschrieben (1: “Grundausstattung“, 2: “Vom Auge zur Hand“, 3: “Mit Raster von Vorlage abzeichnen“), ist es am einfachsten und effektivsten, zeichnen mit dem Bleistift zu erlernen. Die Bleistiftlinie ist immer eine Linie. Statt die Flächen einfach dunkel auszumalen, kann man sie auch schraffieren. Das Schraffieren ist eine Jahrhunderte alte Tradition, die eine Zeichnung lebendig macht. Das Prinzip der Schraffur kommt ursprünglich aus der Druckgrafik (Holzschnitt, Kupferstich etc.). Dunkle Flächen wurden dabei mit Linien erzeugt. Aber auch in der Zeichnung ist die Schraffur schon seit Jahrhunderten eine beliebtes Stilmittel.

Eine Schraffur ist also nicht nur ein handwerkliches Arbeitserzeugnis, sondern ein künstlerisches Stilmittel.

Beispiel für Schraffur: Hände (Detail aus zeichnungen nach Dürers Erasmus)

Beispiel für Schraffur: Hände (Detail aus zeichnungen nach Dürers Erasmus)

Die Schraffur wird im Auge lebendig

Schraffur nach einem Kupferstich von Dürer (Erasmus)

Schraffur nach einem Kupferstich von Dürer (Erasmus)

Eine Schraffur arbeitet mit dem Auge des Betrachters: Wenn man die Zeichnung aus der Nähe betrachtet, kann man die feinen Striche gut auseinander halten. Aber je weiter man sich entfernt, um so mehr setzt sich die Schraffur zu einen “Grauwert” zusammen. Das Auge kann die einzelnen Linien nicht mehr klar voneinander trennen, und so wird die Schraffur zur Fläche. (Mehr über diesen Effekt und die Sehschärfe bei Sehtestbilder.de)

Besonders werden Schraffuren natürlich in den “Schattenbereichen” benutzt, dort, wo es in der Zeichnung dunkel sein soll. Durch das Zusammenspiel von Licht und Schatten entsteht Plastizität und Räumlichkeit. Und Schraffuren helfen, Plastizität und Räumlichkeit in Zeichnungen zu erzeugen. Daher werden beide Themen hier in einem Artikel zusammen behandelt.

Schraffieren: parallele Striche

Schraffur - parallele Striche (Linien)

Schraffur - parallele Striche (Linien)

Zunächst zum Schraffieren. Eine einfache Schraffur entsteht durch eine Reihe von parallel gezeichneten Linien (siehe Abbildung rechts.) Wenn Sie eine einfache Schraffur üben, dann achten Sie vor allem darauf, langsam und mit bedacht zu zeichnen. Häufig sehen Schraffuren aus, als wären sie sehr schnell hin gezeichnet worden. Das mag bei den großen Meistern auch so gehen, aber gerade Anfänger sollten sehr langsam beginnen. Die Geschwindigkeit ist kein Qualitätskriterium für die fertige Zeichnung. Dort werden nur Linien zu sehen sein. Und für den Anfang gilt: je sauberer die Linien, desto besser der künstlerische Effekt. (more…)

Zeichnen lernen III: Mit Raster von Vorlage abzeichnen

Tuesday, February 1st, 2011
Zeichnung: Jaguar (Oldtimer)

Zeichnung: Jaguar (Oldtimer)

Dritter Teil des kostenlosen Online-Tutorials “Zeichnen lernen”: mit Hilfe eines Rasters eine Vorlage abzeichen. Und auch diesmal geht es nicht nur um handwerkliche Fähigkeiten, sondern vor allem auch um das, was man dabei begreifen kann. Abzeichnen ist von vielen Hobbykünstlern verrufen. “Abzeichnen ist keine Kunst” oder so ähnlich. Und natürlich stimmt das: Abzeichnen ist eine Zeichenübung, bei der das Lernen im Vordergrund steht. Die Qualität des Bildes hängt beim Abzeichnen entscheidend von der Qualität der Vorlage ab. Sie sollten also nach wie vor bescheiden sein und nicht zu viel von sich selbst erwarten. Die Qualität Ihrer Zeichnungen wird mit zunehmender Erfahrung steigen. Und wenn Sie den Zeichen-Tutorials hier im Künstlerbedarf-Blog folgen, wird diese Lernphase nicht allzu steinig.

Vorlage zum Abzeichnen vorbereiten

Für den heutigen Tag brauchen Sie eine Vorlage. Das kann ein Foto sein, oder ein Bild aus einer Zeitschrift. Was auch immer. Aber Achtung: es sollte ggf. eine Kopie sein, denn die Vorlage wird am Ende nicht mehr so aussehen wie vorher. Ihre Vorlage sollte nicht kleiner als ein Passfoto sein. Außerdem brauchen Sie ein Lineal (mind. 30 cm), eine Nadel und einen Cutter (sehr scharfes Messer) oder eine Schere.

Die Methode, die im Folgenden beschrieben wird, ist das Abzeichnen mit Hilfe eines Rasters. Grob vereinfacht: sie zeichnen ein Raster auf die Vorlage und ein Raster auf ihr leere Blatt Papier. Und dann übertragen Sie jedes Raster-Kästchen einzeln auf das Papier. (more…)

Zeichnen lernen II: “Vom Auge zur Hand” (online Tutorial)

Thursday, January 27th, 2011
Zeichnung Fussballschuh

Zeichnung Fussballschuh

Diese ist der zweite Teil des online-Tutorials “Zeichnen lernen“. Gestern ging es um die Grundausstattung fürs Zeichnen (also Papier, Bleistifte, Arbeitsplatz, Kennenlernen des Materials): siehe “Zeichnen lernen I: Grundausstattung (online Tutorial)“. Heute geht es um die Hand bzw. das, was die Hand macht. Üblicherweise denkt man, dass man nur mit der Hand zeichnet. Aber das stimmt nicht. Man zeichnet in erster Linie mit dem Kopf, dann kommen die Augen, und dann erst die Hand. Ok, klar, natürlich ist “Zeichnen” das Zusammenwirken von Gehirn, Augen und Hand. Ich unterscheide diese drei Instanzen nur deshalb, weil es didaktisch Sinn macht. Wenn man begreift, dass alle drei Instanzen im Lernprozess wichtig sind, wird man schneller vorankommen und einen größeren Lernerfolg haben.

Los gehts! Wie in Teil 1 beschrieben: setzen Sie sich mit drei (oder mehr) Bleistiften an ihren Zeichentisch, der gut beleuchtet sein sollte. Vor Ihnen liegt ein DinA3 Blatt (oder größer).

Übung 1: “Sich frei zeichnen” (Aufwärmtraining)

Der Beginn jeder Zeichenübung sollte ganz einfach und frei von bildnerischen Zielen sein. Zeichnen Sie einfach wilde Forme und Striche, Kreise, Bögen, Formen etc. Alles ist richtig, nicht ist falsch. Dieses “sich frei zeichnen” sollten Sie auch in Zukunft immer machen. Es geht dabei nur darum, Körper und Geist zu lockern. Es ist so eine Art “Aufwärmtraning“. Achten Sie darauf, wie Bleistifte und Papier zusammenwirken. Und achten Sie auf unterschiedliche Intensität beim Zeichnen: sehr sanft und sehr hart. Welche Linie hinterlässt welche Wirkung?

Warmzeichnen (Zeichnen lernen Tutorial)

Warmzeichnen (Zeichnen lernen Tutorial)

Diese erste Übung sollte ca. 10 – 15 Minuten dauern. Mit zunehmender Erfahrung können Sie diese Zeitspanne verkürzen. Das Ergebnis zählt nicht. Haben Sie keine Skrupel, das erste Blatt anschließend weg zu werfen. Aber auch wenn Sie das tun: vergessen sie nicht, dass dieses “Aufwärm-Zeichnen” sehr, sehr wichtig ist. Gerade auch deshalb, weil Sie hier ganz ungezwungen spielerisch experimentieren können. Auch Jahre später werden Sie immer noch Dinge in dieser Aufwärmphase lernen können. (more…)

Zeichnen lernen I: Grundausstattung (online Tutorial)

Wednesday, January 26th, 2011
Bleistit-Zeichnung: Stillleben mit Geige

Bleistit-Zeichnung: Stillleben mit Geige

Wie kann man schnell und einfach zeichnen lernen? Genau darum soll es in einer kleinen Serie gehen, die ich hiermit beginne. Gestern habe ich eine Tipps und Trick für Malerei-Einsteiger beschrieben (siehe “Malen für Anfänger – Erste Schritte, Tipps und Tricks“). Ich würde jedoch dazu raten, malen und zeichnen parallel zu betreiben. Grob vereinfacht: Beim Zeichnen geht es um Linien und Hell-Dunkel, beim Malen um Farbe und Intensität. Eine Zeichnung ist nicht selten Grundlage eines gemalten Bildes, und andererseits wird man beim Malen auf Fragen und Probleme stoßen, die man in einer Zeichnung viel einfacher klären kann. Dazu später mehr…

Grundausstattung – Womit zeichnen?

Beginnen wir mit dem Material. Es sollte so einfach und kostengünstig wie möglich sein. Nichts ist schlimmer, als wenn man Skrupel hat, zu experimentieren. Wer Angst hat, etwas falsch zu machen – etwa weil das Papier so teuer war -, der ist beim Zeichnen gehemmt.Vor dem Zeichnen kommt das Einkaufen – aber keine Sorge: Zeichnen ist in aller Regel im Vergleich zur Malerei sehr kostengünstig.

Zeichenpapier

Selbstportrait

Selbstportrait

Daher: einfaches Zeichenpapier, nicht zu klein. Ich würde empfehlen, nicht auf Druckerpapier zu arbeiten. Besorgen Sie besser einen Zeichenblock DinA3. Es ist gerade am Anfang wichtig, nicht nur aus der Hand, sondern aus dem ganzen Arm heraus zu zeichnen. Besorgen Sie für den Anfang ein Papier, dass nicht zu fest und nicht zu weich ist. Ich würde empfehlen, eine Papierstärke von 120-150 Gramm zu nehmen (je nach dem, was sie günstig in Ihrer Nähe bekommen).

Bleistift / Zeichenstift

Bleistift zum Zeichnen-lernen

Bleistift zum Zeichnen-lernen

Das Beste für den Einsteiger sind Bleistifte. Ich nenne bewusst den Plural: gerade am Anfang sollte man verschiedene Bleistift-Härten ausprobieren. Hintergrund: Bleistifte haben Härtegrade. Die Bezeichnungen laufen von H9 (sehr hart) über HB (mittel) zu B9 (sehr weich). Jeder Bleistifttyp bietet verschiedene Zeichen-Möglichkeiten. Um zu erkennen, welcher Typ von Bleistift für Sie am Besten geeignet ist, würde ich empfehlen, mit folgenden Bleistiften zu beginnen:

  • H3 (harte Mine, silbrig-grau, kaum Abrieb, drückt sich leicht ins Papier)
  • HB (mittelharte Mine, dunkel-grau, Standard, z.B. zum Schreiben geeignet)
  • B5 (weiche Mine, schwarz, starker Abrieb, verwischt leicht)

Sie können Sie im Fachhandel besorgen. Wenn es den genannten Stift nicht gibt, können sie auch einen ähnlichen nehmen (z.b. statt B5 einen B4). Mehr über Bleistifte (more…)

Malen für Anfänger – Erste Schritte, Tipps und Tricks

Tuesday, January 25th, 2011
Malen für Anfänger

Malen für Anfänger

Bilder malen ist ganz einfach – man muss nur wissen, wie man anfängt. Malen lernen ist für Anfänger oft ein scheinbar schwierige Sache. In diesem Artikel werden die ersten Schritte zur Malerei erläutert. Außerdem finden Sie ein paar hilfreiche Tipps und Tricks, die den Einstieg zum Bilder-malen erheblich erleichtern können.

Malen, aber wie?

Kinder können malen, ganz einfach so. Sie denken nicht darüber nach, sondern nehmen sich, was sie gerade finden. Je älter man wird, um so größer wird die Hürde, um einfach drauflos zu malen. Warum? Weil Malen eine Sache des Kopfes ist. Viele Anfänger glaube, dass es ihre Hand sei, die nicht macht, was sie wollen. So ist es jedoch nicht. Können Sie ihren Namen schreiben? Dann kann ihre Hand alles, was zum Malen nötig ist. Malen ist eine Sache des Kopfes, und wer malen lernen will, der muss im Kopf dafür bereit sein.

Malen ist ganz einfach!

Hürdenläufer

Hürdenläufer

Es ist wirklich kinderleicht: nehmen Sie sich ein Blatt Papier, und irgendeinen Stift und fangen Sie an. Malen sie ein paar Zickzack-Linien, einen Bogen, und noch einen Bogen. Malen Sie eine unregelmäßige Form. Oder versuchen Sie wie ein Kind zu malen. Lassen sie den Stift oder den Pinsel einfach laufen. Lassen Sie die Hand malen, frei und ohne Vorgabe. Einfach so, dass es körperlich Spass macht und geistig entspannend wirkt. Versuchen Sie nicht realistisch zu malen – selbst wenn das ihr Ziel ist. Realistisch zu malen lernt man nicht als Anfänger, sondern als Fortgeschrittener. Aber um es zu lernen, muss man erst mal bis zu diesen Stadium kommen. Seien Sie frei und genießen Sie die Lebendigkeit der Farbe. (more…)

Kunst und Malerei: Anfänger-Fragen bitte hier stellen

Monday, September 21st, 2009
Kunst und Malerei

Kunst und Malerei

Dieser Blog wendet sich ja an alle, die gerne mehr über Kunst und Malerei erfahren möchten. An Anfänger und solche, die scheinbar einfache Sachen noch nicht so recht verstanden haben. Oftmals traut man sich an anderer Stelle nicht, diese Fragen zu stellen. Und wenn man es doch tut, erntet man dumme oder abfällige Bemerkungen.

Ich hoffe, dass das hier nie geschehen wird. Wer also eine konkrete Frage hat, kann sie in diesem Artikel gerne im  Kommentarfeld stellen. Es ist ganz einfach: am Ende des Artikels ist ein Eingabefeld, in das man die Frage einfach eingibt und auf Absenden klickt. Natürlich kann man das auch Anonym machen, wobei ich mich freuen würde, wenn ich diejenige oder denjenigen auch direkt ansprechen könnt.

In diesem Sinne: heraus damit :-)

Realistisch zeichnen oder malen erfordert Sehen lernen

Monday, September 21st, 2009
Malen und Zeichnen lernen

Malen und Zeichnen lernen

Viele Menschen sind von Bildern fasziniert, die Bilder aus der Natur realistisch darstellen. Die realistische Wiedergabe der Natur hat in der Kunst eine lange Tradition. Mit dem aufkommen der Fotografie in der Mitte des 19. Jahrhunderts haben sich jedoch die Aufgaben und kriterien der Kunst verschoben. Heute ist das handwerkliche Können, das zur exakten realistischen Umsetzung erforderlich ist, im Kunstkontext weitestgehend unwichtig.

Realistisch zeichnen und malen – Wie geht das?

Realistische Zeichnung einer Kassette

Realistische Zeichnung einer Kassette

Gleichwohl möchten viele Anfänger und Hobbymaler gerne realistisch zeichnen und malen können. Sie stellen sich oft solche Fragen: Kann man Zeichnen lernen? Wie kann ich realistisch zeichnen? Warum sieht mein Bild nicht “richtig” aus? “Ich will malen und zeichnen können – aber wie geht das?”… oder so ähnlich. In diesem Artikel wird ein Ansatz vorgestellt, der es jedem ermöglicht, seine handwerklichen Fähigkeiten bei der Umsetzung von realistischen Bildern zu verbessern bzw. zu perfektionieren. Und lustigerweise hat das gar nichts mit Handwerk zu tun, sondern es ist eher ein Sehwerk. Das Zauberwort heißt: Sehen lernen.

Sehen lernen

Zeichnung Winterlandschaft

Zeichnung Winterlandschaft

Ich habe den Ansatz schon vor einiger Zeit auf meiner Website beschrieben: “Die Kunst, Zeichnen zu lernen“. Das entscheidende ist, das man üblicherweise am falschen Punkt ansetzt. Die meisten Menschen, die glauben, nicht zeichnen zu können, sehen das Problem in den Fähigkeiten ihrer Hand. Meine Hand zeichnet nicht, was ich möchte. Dabei sollte man bedenken: die meisten Menschen können auch schreiben. Und das erfordert eine hohe Kontrolle der Hand. Also, die Hand ist nicht das Problem. Sie könnte es, wenn sie nur wüsste, was. Das Problem ist das “Sehen”. Wer realistisch zeichnen oder malen möchte, der muss “Sehen lernen”.

Sehen lernen bedeutet, dass man im Bild eine Idee von Längen, Richtungen und Winkeln hat. Von Helligkeit und Dunkelheit. Man muss quasi das Bild, das man vor augen sieht, im Kopf schon abstrahieren. Dann kann man es auch ohne große Problem zu Papier bringen.

Die Natur beobachten – Jeder kann zeichnen und malen lernen

Zeichnen lernen - Portraitskizze

Zeichnen lernen - Portraitskizze

Um diese Art des Sehens zu üben, braucht man eigentlich nichts weiter außer Zeit und Geduld. Das Prinzip ist einfach: Setzen sie sich irgendwo hin. Beobachten Sie, was Sie sehen.

  • Fixieren Sie einen Punkt und spannen Sie einen virtuelle Rahmen um diesen Punkt, der die Außenkanten des Blattes bildet.
  • Prägen Sie sich genau ein, was in die vier Ecken dieses Blattes gezeichnet werden muss.
  • Zeichnen Sie nun ein paar grobe, markante Linien – wie gesagt: alles nur im Kopf, vor ihrem geistigen Auge.
  • Betrachten Sie nun die virtuelle Zeichnung und korrigiren Sie ggf. den Ausschnitt.
  • Wiederholen Sie dieses “Zeichnen im Kopf” immer wieder und beginnen Sie, nun auch Details zu beobachten.
  • Zeichnen Sie die Details im Geiste immer erst als grobe Flächen. Beobachten Sie genau die Form der Flächen.
  • Sie können dabei Ihre Finger oder einen Stift als Hilfsmittel benutzen, um die Ausmaße von Linien zu vermessen und zu vergleichen.

Wiederholen Sie diese Übung wieder und wieder. Sie werden sehen, dass Sie es können. Und es wird Sie ermutigen, es auch mit einem Stift auf Papier zu versuchen.

Kurse zum Malen und Zeichnen lernen

Stillleben mit Geige

Stillleben mit Geige

Die beschriebene Methode wird mit Sicherheit Erfolge zeigen, wenn Sie es einige Male wiederholt haben. Aber es macht darüber hinaus viel Sinn, auch Zeichen-Kurse oder Malkurse an Volkshochschulen oder bei Künstlern zu besuchen. Der Grund ist einfach: In diesen Kursen kann man sich mit Gleichgesinnten austauschen. Das fördert die Reflexion der eigenen Arbeiten und macht auch Spaß. Falls nicht, wechseln Sie den Kurs.

Fingermalerei: Ölmalerei mal mit den Fingern malen

Friday, September 18th, 2009
Ölmalerei

Ölmalerei

Die Ölmalerei wird häufig als “künstlerische Königsdisziplin” bezeichnet. Das kommt wohl daher, dass man beim Besuch eines klassischen Kunstmuseums in aller Regel Ölbilder zu sehen bekommt. Andere traditionelle künstlerische Disziplinen wie Aquarellmalerei, Gouchen oder Zeichnungen werden meist nur in Form von Sonderausstellungen angeboten.

Ölfarbe ist praktisch

Ich würde die Besonderheit der Ölmalerei allerdings nicht in ihrer Tradition, sondern in ihrer praktischen Tauglichkeit für Kunstbilder sehen. Ölfarbe ist bei richtiger anwendung sehr haltbar. Man hat sehr vielfältige maltechnische Möglichkeiten. Und die Ölfarbe ist auch und besonders auf großen Formaten gut zu kontrollieren. Wer hat schon mal versucht, ein Aquarell auf 2 x 2 m großes Papier zu malen?

Farbauftrag – mal mit den Fingern malen

Wilde Ölmalerei

Wilde Ölmalerei

Es gibt zahlreiche verschiedene Techniken und es gibt ebensoviele Handwerkzeuge für den Farbauftrag. Ölfarbe ist vor allem eines: träge und nachsichtig. Da die Farbe nur sehr langsam trocknet, hat man ewig und drei Tage Zeit, das Bild zu modifizieren. Bei den Werkzeugen zum Farbauftrag hat sich bei der Ölmalerei neben dem klassichen Borstenpinsel vor allem das Malmesser, eine Art Spachtel, sehr bewährt. Nicht uninteressant, aber auch ganz schöner Schmierkram, ist das malen mit den Fingern bzw der ganzen Hand. Man muss sich zwar anschließend recht lange die Hände waschen, aber ich würde es doch jedem, der mit Ölfarbe malen möchte, zumindest als Einstig empfehlen. Gerade als Ölmalerei-Anfänger lohnt es, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Man gewinnt so ein gutes Gefühl für die “Schmierigkeit” und Leuchtkraft, die die Ölfarbe auszeichnen.

  • Wie vermischen sich die Farben?
  • Wie kann man mit der pastosen Farbe die Oberfläche modellieren?
  • Wie verbinden sich Malgrund (in aller regel Leinwand) und Ölfarbe?
  • Wie kann durch Verflüssiger (Terpentin) die Eigenschaft der Farbe verändert werden.

Pinsel und andere technische Krücken

Ölbild Blumenvase

Ölbild Blumenvase

Ein Bild entsteht, wenn ein Künstler (bzw. Hobbykünstler, Hobbymaler etc) Farbe auf einen Bildgrund aufträgt. Für den Prozess wichtig sind:

  • Farbe
  • Bildgrund
  • Künstler

Da ist jetzt ganz bewußt nicht “Pinsel” oder “Spachtel” oder sonstewas aufgeführt. Man muss sich klar machen, dass ein Pinsel immer nur eine “Krücke”, eine technische Verlängerung der Hand ist. Ich kann daher jedem, der mit der Ölmalerei beginnen möchte, nur raten: erst mal mit den Fingern malen und ein Gefühl für die Farbe gewinnen. Man wird so auch schön verstehen lernen, warum man auf technische Hilfsmittel zurückgreifen möchte. Und auch, warum sich einige Hilfs- und Malmittel als Standards für die Ölmalerei durchgesetzt haben.

Techniken der Ölmalerei – Produkte des Künstler-Fachhandels

Ölbild: Haus in der Normandie

Ölbild: Haus in der Normadie

Die Technik der Ölmalerei ist nicht von einer Produktindustrie, die gerne Pinsel und ähnliches verkaufen wollen, entwickelt worden, sondern von Künstlern, die aus Erfahrung ihren Arbeitsprozess effektiver machen wollten. Die Technik der Ölmalerei dient dem effektiven Malen. Die technischen Hilfmittel sind somit dem Malerei-Prozess unterworfen. Man sollte sich daher nicht im Künstler-Fachhandel umsehen und sich durch Schickimicki verleiten lassen, sondern sich an dem orientieren, was man wirklich braucht.

Ölmalerei für Anfänger – Anleitung nötig?

Ich werde hier nicht versuchen, eine Anleitung zur Ölmalerei zu schreiben. Denn das geht nicht. Eine Ölmalerei-Anleitung könnte bestenfalls beschreiben, wie ich Ölbilder male. Aber sie könnte niemals verallgemeinerbar sein. Jeder, egal ob Hobbymaler, Feierabend-Künstler, VHS-Teilnehmer oder berühmter Malerfürst, muss sich seinen eigenen Weg suchen. Eine anleitung könnte bestenfalls als Inspirationsauelle dienen. Das möchte ich in diesem Blog versuchen anzubieten.

In weiteren Artikeln dieses Blogs

Viel Erfolg.