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Malen nach Zahlen (Tipps und Tricks)

Malen nach Zahlen ist eine beliebte und weit verbreitete Möglichkeit für Hobbymaler, einfach und ohne handwerkliche Probleme eigene Bilder zu malen. Viele schwierige arbeitsschritte der üblichen künstlerischen Bildproduktion entfallen: man muss keinen Bildträger (z.B. Leinwand) vorbereiten, kein Motiv entwerfen und die Komposition als Vorzeichnung anlegen, auch das komplizierte Anmischen unterschiedlicher Farbnuancen entfällt. Stattdessen kann man sich voll auf das Ausmalen des vorgegebenen Bildmotivs konzentrieren. Die Farben werden in der Regel als kleine Farbnäpfe in verschiedenen Farbtönen mitgeliefert, die jeweils mit einer Zahl versehen sind. Auf dem Bildträger ist das Motiv vorgezeichnet, wobei jede Fläche eine Zahl trägt. Dadurch ist es sehr einfach, die Fläche mit dem passenden Farbton auszumalen.


Wer hat Malen nach Zahlen erfunden?

Ursprünglich kommt es aus Amerika, wo das Ganze „Paining by Numbers“ heißt. Der Ingenieur Max S. Klein hatte die Idee – und gestaltete mit dem Kunstmaler Dan Robbinsan die ersten Motive. Kleins Firma „Palmer Paint Company“ (Detroit, USA)wurde damit weltbekannt. In Deutschland hat die Firma Ravensburger die Rechte an der Wortmarke „Malen nach Zahlen“ und vertreibt unter diesem Namen zahlreiche Motive (siehe unten). Auch die Nürnberger Firma Schipper Arts & Crafts GmbH vertreibt in Deutschland entsprechende Malsets.

Andere Firmen bieten ihre Motive unter ähnlichen Namen an, zum Beispiel „DIY Malen“ (vom engl. Do it yourself“, also „Selber machen“).

Vorteile von „Malen nach Zahlen“

Beim Malen nach Zahlen kann man sich voll und ganz und entspannt auf das Ausmalen des Bildmotivs konzentrieren. Alles anderen schwierigen Arbeiten, die das Bildergebnis oft unansehnlich machen, entfallen. Stattdessen weiß man schon vorher, welches Bild sich während des Malprozesses langsam vor den Augen entfaltet. Diese kontemplative Ausmalerei ist nicht nur kreativ und entspannend, sondern birgt auch immer wieder „Aha-Effekte“ und Lernmöglichkeiten.

Kurzum: ein wunderschönes, kreatives Hobby.

Nachteile

Wer bereits mehrere Motive gekauft und gemalt hat, wird feststellen, dass das mitgelieferte Material nicht wirklich optimal ist. Oft sind die Pinsel minderer Qualität, manchmal ist in den Farbnäpfen zu wenig Farbe oder – gerade bei „Billigprodukten – die Farbe ist schon relativ fest (angetrocknet), so dass sie sich nicht mehr optimal vermalen lässt.

Bei manchen Herstellern kommt es vor, dass die Zahlen nicht vollständig oder gut lesbar aufgedruckt sind. Das führt leicht zum Vermalen. Allerdings sollte das bei Motiven von Ravensburger oder Schipper nicht der Fall sein.

Ambitionierte Hobbymaler …

Wer in dem Bereich etwas ambitionierter denkt, kann dann zu besserem Matarial umschwenken, insbesondere feine Künstler-Pinsel und Acrylfarben. Es muss nicht gleich ein Rotmarder-Haarpinsel sein, auch nachgekaufte Syntetik-Pinsel haben oft eine wesentlich bessere Qualität als die, die in den Malen-nach-Zahlen Sets geliefert werden. Und auch bei den Farben kann man versuchen, sich ein paar Aqrylfarben zuzulegen, und erste Übungen hinsichtlich des Mischens von Farbtönen zu machen. Mit etwas Übung und nach einigen Bilder kommt man im Prinzip ohne die Farbnäpfe aus und kann mit den eigene Farben und Pinseln malen.

Erfahrene Hobbymaler wissen die Qualität des Materials zu schätzen.

Die Bild-Ästhetik der Malen-nach-Zahlen-Motive

Die Methode, vorgegebene Farbflächen mit bestimmten Farbtönen auszumalen, führt zu einer typischen Bild-Ästhetik, die auch für den späteren Betrachter sehr reizvoll sein kann. Denn das Bild hat verschiedene Betrachter-Ebenen. Schaut man es ganz aus der Nähe an, so ist es eine Farbteppich aus zahlreichen kleinen, Farbfleckne und -flächen. Geht man jedoch ein paar Schritte zurück, setzt sich der Farbteppich langsam zusammen und formt sich zu einem realistischen Eindruck. Aus einigen Metern Entfernung wirken viele Motive wie realistisch gemalte Bilder – teilweise sogar wie Fotorealistische Malerei.

Diese Bild-Ästhetik sind zum Beispiel auch typisch für die Vertreter des Impressionismus, zum Beispiel Claude Monet oder Auguste Renoir. Auch die Vertreter des Pointilismus, insbesondere George Seurat und Paul Signac, malten ihre Bilder so, dass die Nahwirkung eine gänzlich andere ist als die Fernwirkung.

Die Bildmotive

Die Spannbreite der Bildmotive ist sehr groß. Von realistischen Tierportraits über Landschaften, Blumen bis hin zu Popart-Motiven ist fast alles vertreten. Besonders beliebt sich romantische Landschaften im Stile eines Bob Ross. Obwohl man ehrlicherweise sagen muss, dass die Maltechnik eine gänzlich andere ist. Bei Bob Ross dienen  weitläufige Farbverläufe im Hintergrund als Untermalung, auf die dann einzelne Objekte und Details des Vordergrundes „hinaufgetupft“ werden. Die Farbe ist auf dem Bild also eher aufeinander gemalt. Bei Malen nach Zahlen ist das anders: hier werden die Farben nicht aufeinander gemalt (mit allen damit verbundenen maltechnischen Schwierigkeiten), sondern sehr einfach nebeneinander. Das macht es einfacher – und das Ergebnis oft auch berechenbarer und attraktiver.

Tipps und Tricks beim Ausmalen

Wer schon etwas Erfahrung gesammelt hat, kann sich mit folgenden Fragen beschäftigen:

  • Manchmal stören sich einige daran, dass die Bildmotive nicht auch von nahem „realistisch“ aussehen, sondern so „flächig“. Das liegt in aller Regel daran, dass Farbverläufe als solche nicht vorgegeben werden. Man „mogelt“ die Verläufe quasi aus mehreren Mischtönen zusammen. Wer will, kann versuchen, diese Partien im Bild tatsächlich als verläufe anzulegen. Dazu muss man allerdings beide Farbtöne mehr oder weniger zeitgleich auftragen und dann vorsichtig mit der Pinselspitze den Übergang „vermalen“ bzw. auf dem Bildträger direkt vermischen.
  • Nicht nur dafür ist ist es meist hilfreich, wenn man zwei oder mehr feine Pinsel zur Hand hat. Denn man sollte nie mit einem farbbestzten Pinsel in eine andere Farbe eintauchen. Dadurch vermischt man die Töne, und nicht selten hat das ein „vergrauen“ der leuchtkraft zur Folge. Wenn man zum Biepiel mit einem Blau- oder Grünton in ein leuchtendes Rot oder Orange eintaucht, dann ist die Farbe unwiederuflich matter und grauer und hat ihre Strahlkraft verloren. Noch dramatischer ist es bei Gelb-Tönen. Hier reichen oft schon kleine Spuren von Blau oder Rot, um aus dem Gelb ein Grün oder Orange zu machen. Daher: für Gelb sollte man immer einen eigenen Pinsel parat haben.