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Digitale Malerei: Vor- und Nachteile

Seit ca. 40 Jahren male und zeichne ich analog, mit echten Farben (Bleistift, Aquarell, Öl, Gouache, Acryl etc.). Seit ca. 12 Jahren auch digital, also mit Grafiktablett und Photoshop (hier meine Künstler-Homepage). Insofern kann ich die Unterschiede ganz gut beurteilen – und ich mache nach wie vor beides. Man muss sich keineswegs für eine Richtung entscheiden. Idealerweise nutzt man immer genau das Werkzeug und die entsprechenden Möglichkeiten, die für das Erreichen des anvisierten Ziels am besten geeignet sind – das gilt natürlich auch dann, wenn der Weg das Ziel sein soll. In diesem Artikel geht es darum, die Vor und Nachteile der Digitalen Malerei zu beschreiben und die wesentlichen Unterschiede aufzuzeigen.

Vorteil: Eine saubere Sache

Digitale Malerei: Megan Fox

Digitale Malerei: Megan Fox

Neben vielen Unterschieden würde ich einen Vorteil der digitalen Malerei hervorheben: Digitale Malerei ist „sauber“. Man hat keine verschmutzen Finger, muss nicht mit (teilweise gefährlichen) Lösungsmitteln hantieren, es bleiben keine Farbspritzer auf Fußboden und Klamotten kleben und so weiter. Man braucht auch nicht Pinsel auswaschen, Gerätschaften wie Farbtuben, Paletten, Staffeleien etc. auf- und umräumen. Nein, die digitale Malerei ist ganz und gar einfach, platzsparend und sauber. Im Gegensatz dazu geht Aquarellmalerei ja noch, aber Ölmalerei ist die Hölle ;-) .

Nachteil: kein echtes „Werk“

Der aus meiner Sicht entscheidende Nachteil der digitalen Malerei ist der Verlust des Originals. Denn „das Werk“ ist und bleibt ein Haufen digitaler Bits und Bytes. Man speichert digitale Malerei auf einer Festplatte oder einem USB-Speicherstick – die Betrachtung bleibt in der Regel auf den Desktop-PC oder ein Smartphone begrenzt. Man kann es ohne Qualitätsverlust kopieren und auf anderen Geräten öffnen. Das Werk ist also nicht mehr „original“ und es ist genau genommen gar kein „Werk“, also kein „echtes Bild“ (darüber kann man trefflich streiten, bitte gernbe in den Kommentaren).

Überspitzt formuliert: es macht keinen Sinn, sich einen USB-Stick an die Wand zu hängen.

Ölbild (Original): Kubistische Violine v. Martin Mißfeldt, Dez. 1985, Öl auf Leinwand

Ölbild (Original): Kubistische Violine v. Martin Mißfeldt, Dez. 1985, Öl auf Leinwand

Digitale Bilder ausdrucken (?)

Stattdessen greifen einige Digitalkünstler auf den Ausdruck zurück. Natürlich kann man jede Bilddatei mit einem geeigneten Drucker ausdrucken. Manche Digital-Künstler signieren dann den Ausdruck und löschen die digitale Datei. Aber so richtig „echt“ ist das dann auch nicht.

Es gibt inzwischen eine Reihe von großen Druck-Anbietern, die hochwertige Ausdrucke anfertigen (kann man auch online ordern). Das geht z.B. auch auf Leinwand (sog. Leinwanddruck). Das Ergebnis ist allerdings in aller Regel als Ausdruck zu erkennen – oder anders gesagt: man spürt beim Betrachten, dass es kein „Original“ ist.

Unterschiede zwischen „echter Malerei“ und „digitaler Malerei“

Natürlich gibt es noch weitere Unterschiede. Zum Beispiel „Strg Z“ – das ist das Kürzel für den Tastatur-Shortcut „Letzter Arbeitsschritt rückgängig„. Bei der echten Malerei geht das natürlich nicht. Ein Pinselstrich auf dem Bildträger ist physikalisch vorhanden – und ein Korrigieren ist in aller Regel deutlich aufwändiger als der Strich selber.

Anders beim digitalen Malen: man kann ganz einfach und ohne Problem den letzten Arbeitsschritt rückgängig machen und zur vorherigen Version zurückkehren. Einfach nur mit einem Klick. Zudem kann man digital in mehreren separaten Schichten arbeiten (je nach Grafikprogramm), so dass man jederzeit einzelne Schichten (sog. Layer) ein oder ausblenden kann – zum Beispiel eine Vorzeichnung. Beim Aquarell bleiben vorgezeichneten Linien immer sichtbar – in einem digitalen Bild kann man die Ebene mit der Vorzeichnung einfach ausschalten.

Digitale Malerei: Pro & Contra

Digitale Malerei: Pro & Contra

Malprozess als Video aufzeichnen

Ebenfalls sehr beliebt ist die Option, den Malprozess als Video zu dokumentieren. Das ist bei echter Malerei eher kostenintensiv und schwierig: man benötigt eine gute Video-Kamera, geeignetes Umgebungslicht (das sich im Laufe des Tages nicht zu sehr verändert) und und und. Auf einem PC, an dem man digital malt, ist das sehr viel einfacher: man installiert einfach einen Screen-Recorder, der sämtliche Bewegungen und Veränderungen auf dem PC-Screen aufzeichnet. Die Kosten für solche Videos sind wesentlich geringer.


Realistisches Auge – malen mit Photoshop (Digitale Malerei, 27.04.2012)

Ist digitale Malerei einfacher oder schwieriger zu erlernen?

Häufig werde ich gefragt, ob es nicht viel schwieriger ist, digital zu malen und zu zeichnen? Das würde ich ganz klar verneinen. Es ist allerdings auch nicht einfacher. Letztlich ist es eben nur anders. Aber in beiden Fällen führt man einen Stift (oder Pinsel) mit der Hand, und das Auge steuert den Malvorgang. Die „künstlerischen“ Fähigkeiten sind also in beiden Fällen identisch.

Ich würde soagr empfehlen, stets beides zu betreiben: denn man kann die Vor- und Nachteile viel besser einschätzen, wenn man beides nur als eine „Technik“ begreift, die bestimmte Werkzeuge benutzt. Genau genommen ist es am besten, wenn man die handwerklichen Mittel und Möglichkeiten effektiv und zielgerichtet nutzen kann. Das spart Zeit und Kosten.

Allen, die mit der Digitalen Malerei beginnen: viel Erfolg. Es macht wirklich Spaß :-)

Siehe auch:


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