Schachbrett perspektivisch zeichnen (Tutorial Teil 2)
Bei diesem Online-Tutorial zum Thema „perspektivisch Zeichnen“ geht es heute um ein Schachbrett (-muster). Wie kann man das so konstruieren und zeichnen, dass die Quadrate tatsächlich quadratisch aussehen – und nicht wie Rechtecke? Im Folgenden wieder eine sehr einfache Schritt-für-Schritt Anleitung mit Erläuterungen. Wer mag, kann diese einfache Zeichenübung gleich beim Lesen mitzeichnen. Man braucht einen spitzen Bleistift, ein Lineal und /oder Geodreieck sowie ein schönes weißes Blatt Papier.
Wie immer beginnt man mit der Horizontlinie und einem Fluchtpunkt. Das Schachbrett soll zentralperspektivisch angeordnet sein – die Vorderkante steht also parallel zum Horizont und befindet sich symmetrisch und gerade vor den Augen (auf dem Bild).
Im zweiten Schritt zeichnet man eine Hilfslinie vorne – also unten auf dem Blatt. Man muss immer bedenken: bei einer Perspektivischen Zeichnung ist unten immer „vorne“. Die Horizont-Linie ist quasi am weitesten in der Ferne. Auf die Linie unten verteilt man nun neun Punkte im gleichen Abstand. Wer mit dem Lineal zeichnet, kann sich eine Hilfslinie vom Fluchtpunkt nach unten zeichnen und dann den Schnittpunkt auf der unteren Hilfslinie als mittleren der 9 Punkte sehen. Dann zeichnet man in gleichem Abstand vier Punkte Links und rechts ein.
Nun verbindet man jeden Schnittpunkt unten mit dem Fluchtpunkt – zunächst nur als Hilfslinie, das heißt entweder gestrichelt oder nur sehr fein, also ohne starken Druck mit dem Bleistift.
Nun kommt der entscheidende Schritt, den viele bei der perspektivischen Konstruktion eines Schachbretts falsch machen: Man braucht den richtigen Abstand zur nächsten Linie, damit die Quadrate des Schachbrettmusters auch wirklich quadratisch aussehen.
Im Grunde ist die Konstruktion einfach und logisch: man misst den Winkel zwischen Vorderlinie und rechter Fluchtlinie an der rechten unteren Ecke aus. Im gezeigten Beispiel sind es 46°. Das kann aber auch ganz anders sein – je nachdem, wie groß der Abstand der Vorderlinie zur Horizontlinie ist.
Entscheidend ist, dass man nun den Winkel halbiert und mittig zwischen diesen beiden Linien eine diagonal verlaufende Hilfslinie einzeichnet:
Nun ist die weitere Konstruktion sehr einfach: genau an den Punkten, wo sich die Diagonal-Hilfslinie und die Fluchtlinien kreuzen, zeichnet man parallele Linien ein – jeweils von der äußerst linken bis zur äußerst rechten Außenlinie.
Nun muss man nur noch ein wenig Radieren und die echten Schachbrett-Muster Linien durch sauberes Nachzeichnen hervorheben. Fertig ist ein Schachbrett mit 8 x 8 Feldern.
Wer mag, kann dieses Muster nun ausmalen oder noch ein paar Schachfiguren ergänzen.
Soviel dazu. Ist doch ganz einfach, oder?
Hier noch die weiteren Teile diese Online-Tutorials zum Thema „Perspektive zeichnen“:
- Perspektivisch zeichnen für Anfänger (Tutorial Teil 1)
- Schachbrett perspektivisch zeichnen (Tutorial Teil 2)
- Zweipunkt-Perspektive: schräge Objekte, Quader (Tutorial Teil 3)
- Dreipunkt-Perspektive: Frosch- Vogelperspektive (Tutorial Teil 4)
- Vielpunkt-Perspektive: Verwinkelte Gassen (Tutorial Teil 5)
Kommentare
Perspektivisch zeichnen für Anfänger (Tutorial, Teil 1) 19. Januar 2017 um 11:39
[…] Schachbrettmuster perspektivisch zeichnen […]
Schräger Quader: Zweipunkt-Perspektive zeichen (Tutorial Teil 3) 20. Januar 2017 um 15:04
[…] Schachbrett perspektivisch zeichnen (Tutorial Teil 2) […]
» Perspektivisch zeichnen für Anfänger (Tutorial, Teil 1) 11. August 2021 um 13:53
[…] Schachbrett perspektivisch zeichnen (Tutorial Teil 2) […]
Maite 12. Oktober 2022 um 16:09
Ihr habt mein Leben gerettet, ich musste noch was für Kunst machen, und habe vergessen wie es geht.
Danke ☺️
Martin Cremer 15. Februar 2023 um 02:17
Wie berechne ich den Winkel zur Horizontlinie ?